Keine Spitalplanung ohne Einbezug der Patient*innen und Mitarbeitenden

Von: Thomas Hensel / Alexandra Akeret

Um die steigenden Gesundheitskosten zu dämpfen, arbeiten künftig fünf Ostschweizer Kantone zusammen, um die medizinische Versorgung zu optimieren. Das Gesundheitswesen ist aber nicht einfach ein Kostenfaktor. Die Zukunft der Spitalregion Ostschweiz sind in erster Linie Menschen, Patient*innen und Mitarbeitende.

Es wirkt wie der Beipackzettel einer Medikamentenschachtel: „Ostschweizer Kantone wollen die steigenden Gesundheitskosten dämpfen“. Das scheint auf den ersten Blick verlockend, so wie jedes Medikament möglichst rasche Heilung verspricht. Dass Interessante – die Nebenwirkungen – sind dann am Schluss in möglichst kleinster Kleinschrift noch so rasch angefügt. Die Gewerkschaften VPOD Ostschweiz sowie VPOD grischun/glarus fordern: das „Kleingedruckte“ muss auf den Tisch und die Arbeitnehmendenorganisationen von Anbeginn weg transparent und aktiv miteinbezogen werden. Ein umfassender Ostschweizer Spital-GAV ist dabei ein MUSS.

Im Interview mit der Glarner-Zeitung vom 21.09.2020 umschreibt Herr Rolf Widmer (Glarner Gesundheitsdirektor) das „Kleingedruckte“ wie folgt: Gewisse Leistungen könnten zukünftig nicht mehr vor Ort angeboten werden. . . Beteiligte müssen bereit sein, auf Spezialisten vor Ort zu verzichten . . . Ursprünglich wurde das Spital (Glarus) für rund 180 Betten geplant, heute dürften es um die 100 Betten sein. Oder – um es mit den Worten der Gewerkschaft zu sagen wie es wirklich ist – es geht um den Abbau des regionalen Angebotes und den Verlust von Arbeitsplätzen. Dies kann und darf nicht einfach hingenommen werden. Die Gewerkschaft VPOD setzt sich mit aller Kraft für die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen ein. Die Arbeitnehmendenorganisationen müssen sozialpartnerschaftlich eingebunden werden.

Gleichzeitig muss der Rahmen zur Eindämmung der Gesundheitskosten breiter gefasst werden. Neben der Spitalplanung sind im Besonderen auch die Krankenversicherer in den Fokus zu nehmen und aktiver einzubinden. Statt Millionen in ihre Werbung und politische Kampagnen zu werfen, sollten sie die Beiträge der Bevölkerung zu Gunsten einer guten, regionalen Versorgung einsetzen. Zugleich sind die Erfahrungen von Modellen der Gesundheitsregionen, wie sie sich in Graubünden entwickeln, mit einzubeziehen und wo nachgewiesen sinnvolle Synergien mit ein zu beziehen. Eine gute Lösung gibt es nur gemeinsam!

VPOD grischun/glarus Thomas Hensel Tel. 081 284 49 06.

VPOD Ostschweiz Alexandra Akeret Tel. 079 787 74 44

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