Vorhang auf für den neuen GAV mit dem Konzert und Theater St.Gallen

Von: Micha Amstad

Zwei Jahre lang hat das technische Personal des Konzert und Theater St. Gallen gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft – nun zahlt sich der Einsatz aus: Dank dem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gibt es mehr Lohn, kürzere Arbeitszeiten und zusätzliche Ferien. Der Erfolg zeigt, was Solidarität und kollektives Engagement bewirken können.

Das technische Personal am Konzert und Theater St. Gallen hat zwei Jahre lang gemeinsam und solidarisch für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft – und erhält diese nun dank dem erneuerten GAV!

Vor rund drei Jahren hat sich das technische Personal von Konzert und Theater St. Gallen im VPOD organisiert. Klar war: Der bestehende GAV von 2003 (!) muss überarbeitet und die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Da im Sommer 2023 die Leitung des Hauses wechselte, wurde der Herbst 2023 als Verhandlungsstart vereinbart. Für das Personal begann der Prozess aber bereits ein halbes Jahr früher: Es wurde eine Personalveranstaltung geplant, bei welcher die Forderungen festgelegt und die Mitglieder der Verhandlungsdelegation gewählt wurden.

An dieser Veranstaltung nahm ein Grossteil der Belegschaft Teil. Diese starke Beteiligung der Mitarbeitenden, die zum grossen Teil Mitglied des VPOD wurden, zog sich durch den gesamten Verhandlungsprozess durch. Nach jeder Verhandlungssitzung, 13 waren es insgesamt, dazu kommen zwei Zwischensitzungen, traf sich die Verhandlungsdelegation zu Vor- und Nachbesprechung. Bei Letzteren wurde zudem des Öfteren Beschlossen, eine Betriebsversammlung durchzuführen, um die Forderungen anzupassen oder verhandelte Inhalte zur Abstimmung zu bringen. Auch bei diesen nahm die Belegschaft jeweils in grossen Stücken teil.

Wenn die Verhandlungen ins Stocken gerieten, wurde jeweils eine Aktionsgruppe aktiviert. Diese plante und koordinierte zwei Aktionen, mit denen den Forderungen Nachdruck verliehen wurde. An den Aktionen nahm wiederum jeweils der Grossteil der Belegschaft teil. Das Zusammenstehen führte zum Erfolg: Arbeitszeitreduktion auf eine 40-Stunden-Woche, eine zusätzliche Ferienwoche, ergänzend eine Schliesswoche und Lohnerhöhungen wurden erkämpft.

Das zeigt: Zusammenstehen und zusammen kämpfen lohnt sich. Was am Theater funktioniert, funktioniert auch anderswo.