Kahlschlag bei den Spitälern

Von: Maria Huber

Regierung folgt dem Verwaltungsrat und will fünf Regionalspitäler schliessen!

Heute präsentierte die Regierung die Botschaft zur Spitalstrategie. Auf der ganzen Linie folgt man der ausgearbeiteten Strategie des Verwaltungsrates der Spitalverbunde. Alle Regionalspitäler sollen etappenweise bis 2028 geschlossen und in ambulante Gesundheitszentren umgewandelt werden. In Rorschach, Flawil, Altstätten, Walenstadt und Wattwil soll es nur noch eine Notfallaufnahme mit 3-4 stationären Betten geben. Das übrige Angebot wird nach dem Willen der bürgerlichen Parteien und der Regierung in die vier vorgesehenen Spitalzentren Grabs, St.Gallen, Wil und Uznach verlegt.

Der VPOD kritisiert die geplante Schliessung der fünf Spitäler scharf. Damit sollen mindestens 70 Stellen abgebaut werden. Diese Aussage lässt vermuten, dass weit mehr Arbeitsplätze verloren gehen werden. Bereits heute wirtschaftlich schwache Regionen werden mit diesem Kahlschlag noch weiter geschwächt. Man denke auch an all jene Personen, die von den Schliessungen direkt betroffen sind. Da nützen selbst die Versprechungen nicht, dass versucht werde, den Stellenabbau durch natürliche Fluktuation abzufedern. Wie wollen die Verantwortlichen das Personal mit diesen Aussichten bis 2028 bei der Stange halten? Nicht nur Arbeitsplätze gehen verloren, sondern wertvolle Ausbildungsplätze, die in den Regionen nicht so einfach ersetzt werden können.

Die Fokusierung auf die vier Zentren bedeutet für das betroffene Personal einen Mehraufwand. Es muss künftig wohl ein weiterer Arbeitsweg in Kauf genommen werden, wenn man die Stelle nicht verlieren will.

Der VPOD hat sich bereits in der Vergangenheit für den Erhalt der Regionalspitäler ausgesprochen. Gegen Anpassungen hat er nichts einzuwenden, aber er spricht sich klar und deutlich gegen diesen Kahlschlag aus. Er setzt sich für eine wohnortnahe Grundversorgung ein, d.h. für einen Service public, der diese Bezeichnung auch verdient. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss investiert werden. Leider ist die Regierung offenbar nicht bereit, mit zusätzlichen Beiträgen gewisse stationäre Angebote in den Regionalspiälern aufrecht zu erhalten.

Der Kantonsrat ist nun gefordert, hier korrigierend einzugreifen.

Der VPOD wird sich auch gegen einen Ausverkauf der Spitäler an private Anbieter wehren. Er verweist auf seine Medienmitteilung vom 17.10.2019, «Ausgerechnet Genolier (Swiss Medical Network)».

Der VPOD setzt sich für das Personal und für einen starken Service public ein. Er fordert einen Sozialplan, der mit den Sozialpartnern ausgehandelt wird.

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